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| Unser
Osterspaziergang 2009 und die Idisenbeschwörung am Heiligen Brunnen im Duisburger Wald. Ihr Lieben. Ein schöner Tag bei gutem Wetter war es, genau richtig für eine Zusammenkunft, mit Spiel, Spass und Unterhaltung.
Den Osterhasen haben wir leider nicht
beim Eierlegen ertappen können, aber seine
Den weiteren Nachmittag verbrachten wir
mit einem Picknick und allem was so dazugehört.
Und auch wenn ich mich ansonsten vor solchen Dingen verschliesse, diesesmal war es wirklich was ganz Besonderes, dass konnte man ganz deutlich spüren! Das Mittwinterhorn Eröffnet habe ich es mit einem Signal
auf dem Mittwinterhorn, auch Adventshorn genannt. Es ist
ein recht archaisch anmutendes Instrument, welches
eigentlich nur als Signalhorn verwendet wurde.
Man verwendet auch nicht das bei Trompeten und Hörnern normalerweise übliche Kesselmundstück, sondern eine sogenannte Happe. Es handelt sich dabei um einen etwa 10 cm langen
ausgehöhlten Holunderzweig, der an dem einen Ende
einfach in das Horn hineingesteckt wird, und an der
anderen Seite, der Einblasseite, schräg angeschnitten
ist. Der Brauch des Mittwinterhornblasens: Das Mittwinterhornblasen ist ein
niederrheinischer/niederländischer Brauch, der
eigentlich in der Advendszeit die baldige Ankunft des
Heilands verkündigen soll. Man blies das Horn nur im Freien und wartete ab, ob
irgendwo in der Nachbarschaft ein anderes Mittwinterhorn
antworten würde. Oft kam nach dem ersten antwortenden
Horn ein zweites und nach einer Weile ein drittes und ein
viertes usw. hinzu. Die Reichweite des Mittwinterhornes beträgt je nach Wetterlage bis zu 10 Km, und wenn man den Erzählungen älterer Leute Glauben schenken soll, dann war die Luft nur so erfüllt von den urigen Klängen des Mittwinterhornes wärend der Advendszeit. In einigen wenigen grenznahen Gegenden des
Niederrheins gibt es noch einige wenige Vereine, welche
die Tradition des Mittwinterhornblasens noch pflegen, und
in der Advendszeit geführte Wanderungen durch die
winterliche Natur anbieten, wo man dem melancholischen
Klang des Mittwinterhornes noch begegnen und lauschen
kann. Ist nämlich wirklich nicht so einfach. Allerdings im niederländisch münsterländischen Grenzbereich, besonders aber auf der niederländischen Seite wird dieser Brauch auch heute noch recht intensiv gepflegt. Der Heilige Brunnen Viele Legenden ranken sich um diesen Ort, aber lange
ist es her, als in grauer Vorzeit dieser Platz seine
Bedeutung hatte.
Eine Magie, die mich sofort verzaubert hat, als ich
diesen Ort als Kind zum ersten Male sah. Die Idisen Legende Ich wurde gefragt, ob in dieser Quelle möglicherweise
eine Nymphe wohnt, aber das muss ich verneinen. Der Merseburger Zauberspruch Nr. 1 Und ein solcher Zauberspruch ist eines der wenigen
erhaltenen Dokumente germanischer Sprache, die wirklich
unverfälscht überliefert worden sind. Es ist der Merseburger Zauberspruch Nr.1
Und damit er auch wirklich seine
Wirkung entfalten kann, fassen wir uns nun alle an den
Händen. Eiris sazun idisi / Einst setzten sich Jungfrauen/Idisen, sazun hera duoder. / setzten sich hierher. suma hapt heptidun / Manche hefteten Haft, suma heri lezidun, / manche hemmten das Heer suma clubodun umbi cuoniouuidi. / Einige zerrten an den Fesseln. insprinc haptbandun, / Entspring den Haftbanden, inuar uigandun / entfahr den Feinden! inuar uigandun / entfahr den Feinden!
Und hier gibt es die Musik dazu: http://www.youtube.com/watch?v=emQDgoKOxog Na gut, ganz so professionell waren wir nicht.
Ach so, ich muss doch auch noch die Rätsel auflösen, in welchen ich vorher im Forum gesprochen habe. Ihr erinnert Euch vielleicht, dass ich versprochen
habe, dass wir am Heiligen Brunnen zaubern würden,
aber richtig, also ganz authentisch, und dass wir
überhaupt Zaubern können, dass wir das einem
Schmierfinken verdanken würden? Der Schmierfink: Dass die Merseburger Zaubersprüche, es gibt nur zwei,
überhaupt unverfälscht erhalten geblieben sind,
verdanken wir einem namenlosen Mönch, der im 10
Jahrhundert damit beschäftigt war, die alten Texte zu
kopieren und nach christlichen Gesichtspunkten zu
überarbeiten. Das war zu jener Zeit die übliche
Vorgehensweise in den Klöstern, die ja der Sitz der
Kultur und Wissenschaft waren. Eben dieser Mönch hatte sich wohl auch ernsthaft
vorgenommen dies zu tun, und damit er es auch ganz sicher
nicht vergessen würde, notierte dieser Banause,
Bücherfledderer und Schmierfink die Zaubersprüche auf
einem Buchdeckel. Wälder so grimmig wie bei den Gebrüdern Grimm: Erst 800 Jahre später, im Jahre 1841 fand der Historiker Dr. Waitz in der Bibliothek des Merseburger Domkapitels eine alte Handschrift mit eben dieser Notiz auf dem Buchdeckel, und legte diese Handschrift einem der Gebrüder Grimm vor. Der Überlieferung nach soll es Jacob Grimm gewesen sein, der sofort erkannt haben soll, was er da vorliegen hatte, und soll sich wie folgt geäussert haben: Gelegen zwischen Leipzig, Halle, Jena ist die reichhaltige Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg von Gelehrten oft besucht und genutzt worden. Alle sind an einem Codex vorbeigegangen, der ihnen, falls sie ihn näher zur Hand nahmen, nur bekannte kirchliche Stücke zu gewähren schien, jetzt aber, nach seinem ganzen Inhalt gewürdigt, ein Kleinod bilden wird, welchem die berühmtesten Bibliotheken nichts an die Seite zu setzen haben.... Das schlug in der Fachwelt ein wie eine Bombe, und
nicht zuletzt durch diese Bewertung wurden die beiden
Zauberformeln schnell weltweit bekannt und sind bis heute
die einzigen existierenden nicht christianisierten, also
unverfälschten heidnischen Dokumente aus der
Germanenzeit. Wegen des Fundortes Merseburg werden sie die
Merseburger Zaubersprüche genannt. Ich bin zwar kein Germanist, aber trotzdem möchte ich mich mal an die Interpretation heranwagen. Allerdings ohne Garantie auf absolute Richtigkeit,
denn die Gefahr der aneignenden Deutung ist bei der
Interpretation alter Texte immer gegeben. Es zieht halt
ein jeder seine eigenen Schlüsse daraus, und diese
Schlüsse sind nun mal sehr stark durchsetzt mit unserer
persönlichen Wahrnehmung und damit auch der Denkweise
unserer heutigen Kultur und Zeit. Der 1. Merseburger Zauberspruch, ein Lösesegen, beschreibt wie eine Anzahl Idisen auf dem Schlachtfeld gefangene Krieger befreit. Die Wirkung des Spruchs zielt darauf, Gefangene zu
befreien. Neben einem konkreten Befreiungsanliegen aus
der Gefangenschaft könnte dieser Spruch aber auch auf
die Heilung von körperlichen oder auch seelischen
Lähmung zielen. insprinc haptbandun, / Entspring den Haftbanden, inuar uigandun / entfahr den Feinden! inuar uigandun / entfahr den Feinden! Die letzte Zeile, die übrigens einen Endreim
aufweist, bildet eine doppelte Beschwörung, mit der die
durch die Beschwörung beabsichtigte Wirkung auf den
konkreten Fall übertragen wird. Bei den in der ersten Zeile erwähnten Idisen muss es
sich um göttliche Jungfrauen handeln, die sich durch die
besondere Fähigkeit fesseln zu lösen, und auf den
Verlauf der Schlacht Einfluss nehmen zu können,
ausweisen. Problematisch ist das Wort duoder. Da diese
Zusammensetzung nirgendwo sonst belegt ist, könnte es
sich dabei auch um zwei Wörter duo (dahin) und der
(dorthin) handeln und sich somit auf die verstreuten
Standorte mehrerer Idisen, die sich auf dem Schlachtfeld
verteilt haben, beziehen. suma heri lezidun, / manche hemmten das Heer Offensichtlich hatte die eine Partei die Gunst der Idisen erworben, weshalb die andere Partei in ihrem Aufmarsch und militärischen Aktionen durch die Idisen behindert wurde. Hier wird auch nicht eindeutig gesagt, dass die Idisen die Fesseln lösten, sondern sie zerrten daran. suma clubodun umbi cuoniouuidi. / Einige zerrten an den Fesseln. Bei anderen Übersetzungen dieser Zeile nestelten die
Idisen an den Fesseln, oder klaubten daran, keinesfalls
aber sind sie nach der Aussage dieses Textes eindeutig
mit dem Lösen der Fesseln beschäftigt, und das lässt
vermuten, dass es ebenso sein könnte, dass sie die
Fesseln noch fester banden. Als weiteres Problem sei in der nächsten Zeile insprinc haptbandun, benannt. Diese Unsicherheiten beim Verständnis des
Textes sind darauf zurückzuführen, dass die Schreiber
Wortfolgen und Worttrennung häufig willkürlich und ohne
deutliche Kennzeichnung vornahmen. Text: (c) ElvieraWerners@web.de Fotos: (c) Toby Http://www..Transmann.de.vu und Maria |