Unser Osterspaziergang 2009 und die Idisenbeschwörung am
Heiligen Brunnen im Duisburger Wald.
Ihr Lieben.
Ein schöner Tag bei gutem Wetter war es, genau richtig für eine Zusammenkunft, mit Spiel, Spass und Unterhaltung.

Mein besonderer Dank aber gilt daher all denen, die
mitgeholfen haben das so zu realisieren,
Als da seyen:
Maria, die den Osterhasen besonders tatkräftig mit
Eierverstecken entlastete, Andreas mit seiner Flöte, die
er meisterlich gespielt hat, das Gleiche gilt für Toby,
der seinen Cd Player ebenso virtuos spielte, und meiner
lieben Gattin., die viele der tausend Kleinigkeiten
übernommen hat und allen Anderen dafür, dass sie
gekommen waren.
Den Osterhasen haben wir leider nicht
beim Eierlegen ertappen können, aber seine


Hinterlassenschaft, die Ostereier, die haben wir schon
nach wenigen Minuten des Suchens gefunden.

Übrigens ist mir berichtet worden, dass mehr Eier
gefunden worden sind, als versteckt wurden ;-)
Damit dürfte wohl eindeutig belegt sein, dass es den
Osterhasen wirklich gibt.
Den weiteren Nachmittag verbrachten wir
mit einem Picknick und allem was so dazugehört.


Ich weiss nicht, wie es Euch dort ergangen ist, aber für
mich war es etwas ganz Besonderes inmitten der Natur und
an diesem ganz besonderen Orte die uralten Worte zu
rezitieren und für Euch zu musizieren.
*
Auch wenn es hier und da etwas schräg geklungen haben
mag, und auch der Humor nicht zu kurz gekommen ist, tat
das der feierlichen Stimmung keinen Abbruch.
Für mich war es wirklich ein ganz besonderer Tag, den
ich mit ganz besonderen Menschen an einem ganz besonderen
Ort verbracht habe, und ich möchte allen Teilnehmern
für ihr Kommen noch einmal herzlich danken.
Und die Freunde, die nicht persönlich dabei sein
konnten, waren auf eine ganz besondere Weise trotzdem mit
uns verbunden.
Es war ein magischer Moment, an einem magischen Ort, dem
man übrigens nachsagt, dass er eine vorchristliche
Kultstätte war, genau der richtige Ort für ein kleines
heidnisches Ritual.
Und auch wenn ich mich ansonsten vor solchen Dingen verschliesse, diesesmal war es wirklich was ganz Besonderes, dass konnte man ganz deutlich spüren!
Das Mittwinterhorn
Eröffnet habe ich es mit einem Signal
auf dem Mittwinterhorn, auch Adventshorn genannt. Es ist
ein recht archaisch anmutendes Instrument, welches
eigentlich nur als Signalhorn verwendet wurde.
Es soll aber wirkliche Könner geben, die sogar darauf
eine einfache Melodie spielen können, was bei einem
Naturtoninstrument allerdings schon ein kleines
Kunststück ist. Jedoch mehr als 5 Töne lassen sich
diesem Horn nicht entlocken.
Man verwendet auch nicht das bei Trompeten und Hörnern normalerweise übliche Kesselmundstück, sondern eine sogenannte Happe.
Es handelt sich dabei um einen etwa 10 cm langen
ausgehöhlten Holunderzweig, der an dem einen Ende
einfach in das Horn hineingesteckt wird, und an der
anderen Seite, der Einblasseite, schräg angeschnitten
ist.
Geblasen wird das Mittwinterhorn, indem man es seitlich
hält, also quer, das ergibt sich aus dem schrägen
Anschnitt der Happe.
Der Brauch des Mittwinterhornblasens:
Das Mittwinterhornblasen ist ein
niederrheinischer/niederländischer Brauch, der
eigentlich in der Advendszeit die baldige Ankunft des
Heilands verkündigen soll.
Tatsächlich aber geht dieser Brauch auf vorchristliche
Zeiten zurück, denn die Germanen bliesen das Horn zu
Ankündigung der Wintersonnenwende. Man hat es, wie so
vieles Andere aus vorchristlicher Zeit auch, einfach
übernommen und christianisiert.
(Man mag mir die Freiheit deshalb ausnahmsweise auch mal
erlauben das Mittwinterhornblasen nach Ostern verlegt zu
haben.)
Man blies das Horn nur im Freien und wartete ab, ob
irgendwo in der Nachbarschaft ein anderes Mittwinterhorn
antworten würde. Oft kam nach dem ersten antwortenden
Horn ein zweites und nach einer Weile ein drittes und ein
viertes usw. hinzu.
Manchmal entstanden dann auf diese Weise richtige
Horndialoge, mit mehreren Mittwinterhörnern.
Die Reichweite des Mittwinterhornes beträgt je nach Wetterlage bis zu 10 Km, und wenn man den Erzählungen älterer Leute Glauben schenken soll, dann war die Luft nur so erfüllt von den urigen Klängen des Mittwinterhornes wärend der Advendszeit.
In einigen wenigen grenznahen Gegenden des
Niederrheins gibt es noch einige wenige Vereine, welche
die Tradition des Mittwinterhornblasens noch pflegen, und
in der Advendszeit geführte Wanderungen durch die
winterliche Natur anbieten, wo man dem melancholischen
Klang des Mittwinterhornes noch begegnen und lauschen
kann.
Leider wird dieser Brauch in den deutschen
Verbreitungsgebieten kaum noch gepflegt und meinem Horn
hat schon lange kein anderes Horn mehr geantwortet.
Immer vorausgesetzt, es gelingt mir überhaupt mal einen
Ton aus dem Ding rauszuquetschen.
Ist nämlich wirklich nicht so einfach.
Allerdings im niederländisch münsterländischen Grenzbereich, besonders aber auf der niederländischen Seite wird dieser Brauch auch heute noch recht intensiv gepflegt.
Der Heilige Brunnen
Viele Legenden ranken sich um diesen Ort, aber lange
ist es her, als in grauer Vorzeit dieser Platz seine
Bedeutung hatte.
Die Worte, welche hier gesprochen wurden, sind längst
verhallt. Ebenso sind die
Menschen und ihre Hoffnungen, die Sehnsüchte, die
Ängste und Unsicherheiten, welche diesen Platz
aufsuchten, längst im Dunkel der Vergangenheit
verschwunden.
Es ist alles sehr lange her und das meiste ist dem
Vergessen anheim gefallen.
Aber wenn man ganz still ist und in sich hinein horcht,
dann kann man noch heute ganz deutlich spüren, dass
diesem Platz mit dieser Quelle immer noch eine gewisse
Magie innewohnt.


Eine Magie, die mich sofort verzaubert hat, als ich
diesen Ort als Kind zum ersten Male sah.
Man kann es nämlich bis auf den heutigen Tag noch ganz
deutlich spüren, wenn man sich nur ein ganz kleines
bisschen dafür öffnet.
Die Idisen Legende
Ich wurde gefragt, ob in dieser Quelle möglicherweise
eine Nymphe wohnt, aber das muss ich verneinen.
Es ist eine Idise, manchmal auch Dise genannt, die hier
schon seit Anbeginn der Tage ihre Wohnstatt hat.
Nun fragt man sich, was denn eine Idise ist?
Nun, eine Idise ist eine germanische Göttin, die für
die Entfesselung von Kriegsgefangenen und die Lenkung des
Schlachtenglückes zuständig ist.
Es gibt aber auch viele andere Situationen im Leben, wo
man hilflos gefesselt zusehen muss, wie die Ereignisse
sich überschlagen oder wenn man aufgrund irgendwelcher
Ängste im seinen Handlungen eingeschränkt ist,
Ebenso kann die Idise den Verlauf des Kampfes, welchen
wir ja alle im Alltag zu führen haben, günstig
beeinflussen.
Allerdings hilft sie nur den Mutigen, die unverzagt
voranschreiten.
Bei allen Anderen, ganz besonders bei den Verzagten,
bindet sie die Fesseln nur noch fester.
Wohl auch, um sie anzuspornen.
Sie nimmt also ganz deutlich wahr was jeder Einzelne ganz
individuell benötigt, um weiterzukommen in seiner Sache.
Es gibt also gerade für konfliktbeladene Menschen, also
Leute wie uns, ungezählte Möglichkeiten wo wir die
Hilfe einer Idise gut brauchen können.
Um aber eine Idise zu beschwören und um ihre Hilfe
bitten zu können, benötigen wir einen ganz bestimmten
Zauberspruch.
Der Merseburger Zauberspruch Nr. 1
Und ein solcher Zauberspruch ist eines der wenigen
erhaltenen Dokumente germanischer Sprache, die wirklich
unverfälscht überliefert worden sind.
Ansonsten ist dieses uralte Wissen völlig dem Vergessen
anheim gefallen.
Manche von Euch werden es bereits erraten haben.
Richtig, Eiris sazun Idsi
.
Es handelt sich hierbei übrigens nicht nur um einen
einfachen Entfesselungszauber, sondern es ist wesentlich
vielschichtiger als man zunächst bei diesem
fragmentarisch wirkenden Text glauben mag.
Aber das eröffnet sich einem erst, wenn man sich mit
diesen wenigen Worten etwas länger auseinandergesetzt
hat.
Und heute, wo wir hier an zusammengekommen sind, wollen
wir diese uralten, längst verhallten und fast
vergessenen Worte aus grauer Vorzeit hier an diesem
magischen Ort nach fast 2000 Jahren erneut erklingen
lassen, um die hier wohnende Idise gnädig zu stimmen,
dass sie uns und allen unseren Freunden, ganz besonders
aber auch denen, die zu sehr gefesselt sind um heute hier
bei uns zu sein, in dem Kampf gegen die alten Fesseln
unseres vorhergehenden Lebens beisteht und sie löst,
damit wir zur gegebenen Zeit ein neues Leben beginnen
können.
Es ist der Merseburger Zauberspruch Nr.1

Und damit er auch wirklich seine
Wirkung entfalten kann, fassen wir uns nun alle an den
Händen.
Eiris sazun idisi / Einst setzten sich Jungfrauen/Idisen,
sazun hera duoder. / setzten sich hierher.
suma hapt heptidun / Manche hefteten Haft,
suma heri lezidun, / manche hemmten das Heer
suma clubodun umbi cuoniouuidi. / Einige zerrten an den Fesseln.
insprinc haptbandun, / Entspring den Haftbanden,
inuar uigandun / entfahr den Feinden!
inuar uigandun / entfahr den Feinden!
Und hier gibt es die Musik dazu: http://www.youtube.com/watch?v=emQDgoKOxog
Na gut, ganz so professionell waren wir nicht.
Ach so, ich muss doch auch noch die Rätsel auflösen, in welchen ich vorher im Forum gesprochen habe.
Ihr erinnert Euch vielleicht, dass ich versprochen
habe, dass wir am Heiligen Brunnen zaubern würden,
aber richtig, also ganz authentisch, und dass wir
überhaupt Zaubern können, dass wir das einem
Schmierfinken verdanken würden?
Auch sagte ich, dass die Duisburger Stadtwälder
grimmiger wären als die Wälder bei den Gebrüdern
Grimm?
(Letzteres soll übrigens Hemingway gesagt haben , als er
als amerikanischer Besatzungssoldat durch die Wälder der
Eifel kam.)
Der Schmierfink:
Dass die Merseburger Zaubersprüche, es gibt nur zwei,
überhaupt unverfälscht erhalten geblieben sind,
verdanken wir einem namenlosen Mönch, der im 10
Jahrhundert damit beschäftigt war, die alten Texte zu
kopieren und nach christlichen Gesichtspunkten zu
überarbeiten. Das war zu jener Zeit die übliche
Vorgehensweise in den Klöstern, die ja der Sitz der
Kultur und Wissenschaft waren.
Es wurde zu dieser Zeit zwar immer noch fleißig
gezaubert, gehext und beschworen, aber wenn schon, dann
wenigstens nach christlichen Gesichtspunkten, und von
daher war es dringend erforderlich, das gesamte aus
vorchristlicher Zeit überlieferte Wissen entsprechend
überzubürsten.
Der Befehl dazu soll schon von Karl dem Grossen ergangen
worden sein.
Eben dieser Mönch hatte sich wohl auch ernsthaft
vorgenommen dies zu tun, und damit er es auch ganz sicher
nicht vergessen würde, notierte dieser Banause,
Bücherfledderer und Schmierfink die Zaubersprüche auf
einem Buchdeckel.
Trotzdem aber sollte man ihm dankbar sein, denn
irgendwie, aus welchen Gründen auch immer, kam es aber
nicht mehr zu dieser Überarbeitung, sondern die
Zaubersprüche gerieten erst mal in Vergessenheit, und
das ist der Grund, warum sie unverfälscht überliefert
worden sind.
Wälder so grimmig wie bei den Gebrüdern Grimm:
Erst 800 Jahre später, im Jahre 1841 fand der Historiker Dr. Waitz in der Bibliothek des Merseburger Domkapitels eine alte Handschrift mit eben dieser Notiz auf dem Buchdeckel, und legte diese Handschrift einem der Gebrüder Grimm vor.
Der Überlieferung nach soll es Jacob Grimm gewesen sein, der sofort erkannt haben soll, was er da vorliegen hatte, und soll sich wie folgt geäussert haben:
Gelegen zwischen Leipzig, Halle, Jena ist die reichhaltige Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg von Gelehrten oft besucht und genutzt worden. Alle sind an einem Codex vorbeigegangen, der ihnen, falls sie ihn näher zur Hand nahmen, nur bekannte kirchliche Stücke zu gewähren schien, jetzt aber, nach seinem ganzen Inhalt gewürdigt, ein Kleinod bilden wird, welchem die berühmtesten Bibliotheken nichts an die Seite zu setzen haben....
Das schlug in der Fachwelt ein wie eine Bombe, und
nicht zuletzt durch diese Bewertung wurden die beiden
Zauberformeln schnell weltweit bekannt und sind bis heute
die einzigen existierenden nicht christianisierten, also
unverfälschten heidnischen Dokumente aus der
Germanenzeit.
Einige datieren den Ursprung dieser Zaubersprüche noch
aus der Zeit vor der Völkerwanderung
Wegen des Fundortes Merseburg werden sie die
Merseburger Zaubersprüche genannt.
Ich bin zwar kein Germanist, aber trotzdem möchte ich mich mal an die Interpretation heranwagen.
Allerdings ohne Garantie auf absolute Richtigkeit,
denn die Gefahr der aneignenden Deutung ist bei der
Interpretation alter Texte immer gegeben. Es zieht halt
ein jeder seine eigenen Schlüsse daraus, und diese
Schlüsse sind nun mal sehr stark durchsetzt mit unserer
persönlichen Wahrnehmung und damit auch der Denkweise
unserer heutigen Kultur und Zeit.
Aber vermutlich ist das eines der grössten
Probleme in der Germanistik, und das gilt in besonderem
Masse für interessierte Laien wie mich.
Doch im Grossen und Ganzen, denke ich, dürfte es schon
richtig sein so wie ich es interpretiere.
Der 1. Merseburger Zauberspruch, ein Lösesegen, beschreibt wie eine Anzahl Idisen auf dem Schlachtfeld gefangene Krieger befreit.
Die Wirkung des Spruchs zielt darauf, Gefangene zu
befreien. Neben einem konkreten Befreiungsanliegen aus
der Gefangenschaft könnte dieser Spruch aber auch auf
die Heilung von körperlichen oder auch seelischen
Lähmung zielen.
Ein Indiz, dass es so sein könnte, ist die Tatsache,
dass der 2. Merseburger Zauberspruch sich auf die
Pferdeheilung bezieht. Das wiederum lässt die Vermutung
zu, dass die beiden Sprüche aus ein und dem gleichen
Zyklus stammen könnten, und dieser Zyklus sich, Gesamte
gesehen, auch auf Heilung von Krankheiten bezog.
Ob man damals schon eine seelische Behinderung oder
psychische Störung in unserem Sinne definieren konnte,
ist wohl nicht vorstellbar, so aber ist doch stark
anzunehmen, dass es so etwas auch damls schon gab, wenn
gleich die damalige Diagnostik und Behandlungsweise mit
den heutigen Methoden wohl in keiner Weise zu vergleichen
wäre.
Wenn also der Stand der Wissenschaft noch nicht so weit
ist, Behandlungsmethoden zu entwickeln, weil es keine
Erklärungssmöglichkeit gibt, dann tritt die Religion an
ihre Stelle und versucht ihrerseits mit bestimmten
Ritualen eine Heilung herbeizuführen.
Um diese Wirkung zu erreichen, wird in den ersten Zeilen
des ersten Merseburger Zauberspruchs auf die Beschreibung
einer Situation referiert, welche als Vorlage für den
eigentlichen Zauberspruch gelten soll, der die
gewünschte Veränderung dann herbeiführen soll.
Der eigentliche Zauberspruch besteht also nur aus den
letzten drei Zeilen.
insprinc haptbandun, / Entspring den Haftbanden,
inuar uigandun / entfahr den Feinden!
inuar uigandun / entfahr den Feinden!
Die letzte Zeile, die übrigens einen Endreim
aufweist, bildet eine doppelte Beschwörung, mit der die
durch die Beschwörung beabsichtigte Wirkung auf den
konkreten Fall übertragen wird.
Die Wiederholung der letzten Zeile sollte wohl auch
auf magische Weise auch den fernen Gefangenen, also nicht
nur denen, die auf dem beschriebenen Schlachtfeld
anwesenden zur Flucht verhelfen.
Bei den in der ersten Zeile erwähnten Idisen muss es
sich um göttliche Jungfrauen handeln, die sich durch die
besondere Fähigkeit fesseln zu lösen, und auf den
Verlauf der Schlacht Einfluss nehmen zu können,
ausweisen.
In einem altenglischen Merkspruch aus den Maxims II
(Z.43) wird den ides explizit geheimes Wissen (dyrne
cræfte) zugesprochen.
Idisen wurden aber auch gelegentlich mit dem Matronenkult
in Verbindung gebracht bzw. verglichen.
Problematisch ist das Wort duoder. Da diese
Zusammensetzung nirgendwo sonst belegt ist, könnte es
sich dabei auch um zwei Wörter duo (dahin) und der
(dorthin) handeln und sich somit auf die verstreuten
Standorte mehrerer Idisen, die sich auf dem Schlachtfeld
verteilt haben, beziehen.
Für die Richtigkeit dieser Annahme spricht auch die
nächste und übernächste Zeile, die
angibt, dass mehrere Idisen mit unterschiedlichen
Aufgaben beschäftigt waren.
suma hapt heptidun / Manche hefteten Haft,
suma heri lezidun, / manche hemmten das Heer
Offensichtlich hatte die eine Partei die Gunst der Idisen erworben, weshalb die andere Partei in ihrem Aufmarsch und militärischen Aktionen durch die Idisen behindert wurde.
Hier wird auch nicht eindeutig gesagt, dass die Idisen die Fesseln lösten, sondern sie zerrten daran.
suma clubodun umbi cuoniouuidi. / Einige zerrten an den Fesseln.
Bei anderen Übersetzungen dieser Zeile nestelten die
Idisen an den Fesseln, oder klaubten daran, keinesfalls
aber sind sie nach der Aussage dieses Textes eindeutig
mit dem Lösen der Fesseln beschäftigt, und das lässt
vermuten, dass es ebenso sein könnte, dass sie die
Fesseln noch fester banden.
Für die Richtigkeit dieser Aussage spechen die
vorhergehenden die Zeilen: suma hapt heptidun und suma
heri lezidun,
Als weiteres Problem sei in der nächsten Zeile
insprinc haptbandun,
benannt.
Im Manuskript ist dieses Wort durch einen Zeilenbruch
getrennt.
Hapt und bandum an sich ergeben jedoch Sinn in der Form:
(Entspringe), Gefesselter, den Haftbanden!
Diese Unsicherheiten beim Verständnis des
Textes sind darauf zurückzuführen, dass die Schreiber
Wortfolgen und Worttrennung häufig willkürlich und ohne
deutliche Kennzeichnung vornahmen.
Auch andere Lesehilfen, wie Interpunktion wurden im
Mittelalter noch nicht angewendet, so dass jeder
Übersetzugsversuch letztlich immer ein wenig schwammig
bleiben wird.
Text: (c) ElvieraWerners@web.de
Fotos: (c) Toby Http://www..Transmann.de.vu und Maria